Dienstag, 28. Juni 2016

Auch an der Uni: Kein Fußbreit dem Faschismus!

Der Schatten des Faschismus streckte seine Finger bereits Ende der 1920er in alle gesellschaftliche Bereiche; auch an den Universitäten konnte er sein Gift versprühen: Der "Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund" wuchs innerhalb weniger Jahre rapide an und kontrollierte bereits ab Juli 1931 die "Deutsche Studentenschaft", einen Zusammenschluss aller ASten des damaligen Deutschen Reiches, Österreichs, Danzigs und der deutschen Universitäten in der Tschechoslovakei. Der Machtübernahme in Deutschland ging also eine Machtübernahme innerhalb der Studierendenschaft voraus; erst durch diese und weitere Machtübernahmen sollte es den Nazis schließlich gelingen, einen Großteil der Gesellschaft in ihrer brutalen Umklammerung zu fangen. Auch heute versucht eine Partei, deren Mitglieder sich zwischen erzreligiös-, ultralibertär-faschistoid und offenem Faschismus bewegen, ihren Schatten auf die Universitäten zu werfen.
Wer denkt, dass es AfD-Hochschulgruppen um praktische Belange der Studierendenschaft geht, irrt; Die Universitäten der BRD sollen Plattformen zur Etablierung ihres faschistischen Gedankengutes, zur Rekrutierung desorientierter Studierender als Parteihandlanger*innen und zur ideologischen Vergiftung kommender Generationen der leider real bestehenden Bildungseliten werden. Studierende, erkennt die Hand, die euren Hals sucht! 
Die Machtbasis der AfD ist in den letzten Monaten erschreckend gewachsen, doch noch ist sie aufzuhalten. Leistet an der Universität den Widerstand, der 1931 fehlte. Keinen Fußbreit des gesellschaftlichen Raumes sollen die Faschist_innen sich unterwerfen können! Gebt zwischen dem 4. und 8. Juli eure Stimme der einzigen Liste, die sich der AfD bereits offen in den Weg gestellt hat! Kämpft mit uns den Kampf, der nicht mit Fäusten ausgetragen werden kann, sondern mit Willenskraft gewonnen werden muss; der Willenskraft aller Demokrat_innen, dem Glauben an das Gute im Menschen, an die Gleichberechtigung, den Fortschritt, die Freiheit
 und die Gerechtigkeit! Steht die Studierendenschaft demokratisch zusammen, wird keine faschistische Kraft ihren Widerstand brechen können. 

"No pasarán" heißt: Sie werden nicht durchkommen! Wählt den SDS und schickt den Faschismus zurück dahin, wo er hingehört; auf die vergilbten Seiten der Geschichtsbücher!
 

Mittwoch, 25. Mai 2016

Der SDS für den Veganismus im AK Mensa

Bild: By Wiegels (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Am Montag haben wir bei der ersten Sitzung des Arbeitskreises „Mensa“ in Richtung einer veganfreundlicheren und nachhaltigeren Uni gearbeitet. Am Treffen nahmen auch zwei Vertreter des Studierendenwerkes teil. Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass neben uns von den aktuell acht hochschulpolitischen Listen im Studierendenparlament nur der RCDS und die Jusos vertreten waren. Wir diskutierten bis in den späten Abend zum Beispiel über eine bessere Kennzeichnungen von veganen und vegetarischen Gerichten. Wir setzten uns auch für eine Wiedereinführung des veganen Pizzaschmelzes im Campus Vita ein. Das Angebot wurde nach dem Testzeitraum eingestellt, weil nur große Säcke eingekauft werden konnten, welche sich angeblich nicht mit der geringeren Nachfrage vereinbaren ließen. Ein zukünftig nennenswertes veganes Angebot in den Cafeterien war uns ein besonderes Anliegen. Hier konnten wir die veganen Produkte an einer Hand abzählen und trafen bei den Verantwortlichen auf großes Verständnis. Das Studierendenwerk will sich der Sache annehmen. Außerdem sprachen wir uns für ein faires Preisverhältnis von Fleisch und fleischlosen Gerichten in den Mensen aus. Auch diesen falschen Kaufanreiz sah man als Problem an, und sicherte uns zu, dass bald die fleischlose Variante nicht mehr teurer als das Fleischgericht sein wird. Schon heute sind nämlich 42 % der verkauften Gerichte fleischlos! Zuletzt haben wir dann noch einen Herzenswunsch geäußert: Endlich auch vegane Desserts! Der erste Eindruck lässt auf eine produktive Zusammenarbeit der Hochschulpolitik und des Studierendenwerkes hoffen, wir bleiben weiter für euch dran! 
Vegan ist nicht nur die einzige Möglichkeit, ein tierleidfreies Essensangebot zu gestalten - es ist auch die Ernährung, die gleichsam ein Angebot für alle Studierenden bedeutet, gleich, ob sie aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen auf Fleisch und/oder tierische Produkte verzichten, oder ob ihnen ihr Glaube einen Verzicht gebietet.

Bild: Studierendenwerk

Montag, 23. Mai 2016

Kommt zum CSD Düsseldorf 2016!

Ende dieser Woche ist es wieder soweit: In Düsseldorf gehen wir mit vielen anderen Gruppen und Einzelpersonen auf die Straße, gegen die Diskriminierung von Menschen, die nicht der Hetero-Normativität entsprechen! Während vielen Leuten Christopher-Street-Day-Veranstaltungen wohl eher als buntes Treiben im Bewusstsein sind, ist ihr Hintergrund einer desWiderstandes: Der Name bezieht sich auf die Christopher Street in New York City: Hier widersetzten sich im Jahre 1969 Menschen aus der Kundschaft des Stonewall Inn, einer Kneipe der New Yorker Schwulenszene, erstmals organisiert mehrere Tage lang der massiven Repression und Diskriminierung durch die Polizei - erfolgreich! Auch, wenn sich die gesellschaftliche Situation von LGBTTIQ-Personen in Europa und Nordamerika seitdem deutlich verbessert hat - auch heute dauert hier die Diskriminierung an, sowohl institutionell als auch alltäglich. Diese Diskriminierung lässt sich leider nicht einfach wegfeiern - Der Weg in eine Welt ohne sie bleibt ein Kampf. Kommt alle am 28.05. zum Johannes Rau Platz, lasst uns gemeinsam ein starkes Zeichen setzen - für ein Ende dieser Diskriminierung, ohne Kompromisse!

Samstag, 21. Mai 2016

Bildung statt Hetze

muslimfeindliche Aktion
der Afd-Hochschulgruppe
Am 18.5.2016 verhüllten die Mitglieder der AfD-Hochschulgruppe die Heinrich-Heine-Statue an der gleichnamigen Universität; an ihr ein Schild mit der Aufschrift "Bildungsbombe" befestigt. Kombiniert mit einer Pressemitteilung und einem Video auf der Facebook-Seite der AfD-Hochschulgruppe, soll nach eigener Aussage eine Debatte eröffnet werden. Auch die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört soll thematisiert werden. In ihrer Pressemitteilung greifen sich die rechts-populistischen Hochschul-AfDler bewusst Zahlen heraus, die für ihre Argumentation einer "bedarfsorientierten Zuwanderung" nutzen.

Dazu Marcus von [’solid] Düsseldorf: 
 
"Das passt für uns ganz klar in die völkische Agenda von David Eckert und seiner AfD-Hochschulgruppe. Als Hochschulgruppe bekamen sie es letztes Jahr nicht hin, genug Stimmen für die Hochschulwahl zu sammeln und sie beteiligen sich null an Hochschulpolitik. Mit dieser Aktion soll provoziert werden und der vermeintliche Kampf um das Abendland soll nun auch an der Heinrich-Heine-Universität geführt werden."


Mit einer Aktion gegen die in der Turnhalle der Universität untergebrachten geflüchteteten Menschen hatte die Afd-Hochschulgruppe erstmals das Thema angerissen. 
 
"Für Eckert und seine Rechts-Nationalen ist jede Person die nicht ihrem völkischen Weltbild entspricht eine Bedrohung. Solche widerlichen Aktionen wie diese, die implizieren das Menschen muslimischen Glaubens Terrorist_Innen sind, werden sich häufen. Rassimus oder anderen gruppenbezogenen Hass von sich zu geben, wird in der Gesellschaft gerade salonfähig. Aber das werden wir nicht unbeantwortet lassen."

Vor dem Hintergrund aktiverer rechter Gruppierungen am Campus wird daher die Campus-Liste SDS.DIE LINKE Düsseldorf zwei Bildungsveranstaltungen auf dem Campus durchführen. "Wir haben zwei tolle Wissenschaftler gewinnen können, einmal über die AfD und zum anderen über rechte Burschenschaften zu informieren. Der rechten Hetze des Polit-Karrieristen Eckert werden wir Bildung entgegensetzen" so Flemming weiter der damit auf den Vorstandsposten von David Eckert bei der AfD in NRW anspielt.

Dazu laden wir alle interessierten Menschen zu folgenden Terminen ein:
      
16.06.16 18:30 Uhr
"AfD - auf dem Weg zum Faschismus?" 
Raum: 23.31.02.26 
Referent: Andreas Kemper 

 28.06.16 18:30 Uhr
"Studentenverbindungen - ein Überblick aus antifaschistischer Sicht."
Raum: 23.31.02.26 
Referent: Jörg Kronauer

Donnerstag, 28. April 2016

Der AStA und die Meinungsfreiheit

Nachdem sich die Heinrich-Heine Universität einer bedrohlichen Lage aufgrund des Besuchs des Rechtspopulisten und Mitbegründers der sogenannten Alternative für Deutschland (AfD) Bernd Lucke ausgesetzt sah, erwägt sie nach Absage der ursprünglichen Podiumsdiskussion zum Thema TTIP, die Veranstaltung nachzuholen – mit Bernd Lucke. Das Studierendenparlament wird in der kommenden Sitzung am 3. Mai darüber abstimmen, ob ein kostspieliges Sicherheitskonzept getragen wird, um Luckes Auftritt zu ermöglichen.
Dies halten wir aus folgenden Gründen für falsch und erneuern unser Versprechen gegen den Besuch Luckes zu protestieren und zu verhindern, dass er ungestört seine reaktionäre, teils menschenverachtende Weltanschauung verbreiten kann.
Das erstgenannte Argument der Befürwortenden einer Einladung Luckes ist in der Regel die Meinungsfreiheit. Zweifellos ist es ein elementarer Bestandteil einer freien Gesellschaft, dass jede/r seine oder ihre Meinung frei äußern kann und sich zu bestimmten Themen stellen kann, wie er oder sie es möchte. Schon Rosa Luxemburg sagte: „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.“ Ein Streit darüber erübrigt sich.
Die Menschen, die diese Veranstaltung verteidigen und von Meinungsfreiheit schwadronieren, sind in der Regel allerdings genau diejenigen, die möglichst jede gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte rückgängig machen wollen. Gleichstellung der Frau im Beruf, aber auch in Schrift und Sprache? Nicht mit uns! Gendermainstreaming! Die volle rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen? Das ist nicht natürlich! Die „traditionelle“ Familie ist das einzig richtige und schützenswerte Lebensmodell! Gleiche Rechte für Geflüchtete? Für Menschen anderer Hautfarbe, Religion oder Herkunft? Das passen hier doch gar nicht rein! Das sind Barbaren.
Zu diesen Menschen gehört auch ein Bernd Lucke. Es sind Menschen, die sich in ihrer Meinungsfreiheit beschränkt fühlen, weil sie mittlerweile in vielen Teilen entschlossenes Contra kriegen, wenn sie ihre dumpfen sexistischen, homophoben und rassistischen Witze machen und ihre reaktionären Ansichten verbreiten wollen. Sie, die andere Menschen aufgrund nicht selbstbestimmter Eigenschaften diskriminieren, durch Worte oder aktive Tat, haben kein Recht darauf, sich ungestört zu äußern. Diesen Leuten muss man entschlossen entgegentreten, eine Plattform darf ihnen nicht geboten werden.
Und das schon gar nicht in der aktuellen politischen Lage, in der Parteien wie die AfD in Deutschland, oder die FPÖ in Österreich, von einem Wahlerfolg zum nächsten eilen. Diese Parteien haben den gesamtgesellschaftlichen Diskurs weit nach rechts verschoben und machen rassistisches Denken, und diskriminierendes Denken und Handeln im Allgemeinen, wieder salonfähig. Sie bieten die Grundlage dafür, dass in Deutschland wieder jeden Tag Unterkünfte für Geflüchtete
angezündet werden, Nicht-Weiße Menschen auf offener Straße, oder im Umfeld ihrer Wohnung körperlich angegriffen werden, dass politische Gegner der Rechten ebenfalls unter ständiger Bedrohung stehen und dass sich ein widerliches reaktionäres, nationalistisches Denken verbreitet, dass keine andere Folge als Ausgrenzung und schließlich Tod haben kann.
Bernd Lucke mag kein Nationalsozialist sein. Er verehrt weder Hitler noch Heß. Doch Menschen wie er, Rassist_Innen im Anzug, sind die noch gefährlicheren Feinde einer jeden freien Gesellschaft, eines jeden offenen Miteinanders und Austausches. Und dieses Miteinander, dieser Austausch aller Menschen ist es, wofür die Heinrich-Heine Universität stehen sollte.

Der AStA blamiert sich mit der Einladung Luckes weit über die Grenzen Düsseldorfs und Nordrhein-Westfalens hinaus, genau wie die Universität, die sich rechtfertigen werden muss, wieso sie einem Rechtspopulisten wie Lucke eine Stimme geben wollte, angekündigten Protest dagegen als „Drohung“ angesehen hat, und mit Lucke überdies jemanden eingeladen hat, der auf seiner Homepage ganz offen als Parteipolitiker für diese Veranstaltung wirbt und diese zweifellos auch als Werbeplattform missbrauchen wird. Ein kostspieliges Sicherheitskonzept von dem Geld der Studierenden zu finanzieren, um einen Rechtspopulisten einzuladen, ist ein Skandal und ein Schlag ins Gesicht für alle, die von der anhaltenden und sich ausbreitenden Hetze in diesem Land betroffen sind und die, die sich dagegen engagieren.  
(Foto: Mathesar)

Freitag, 22. April 2016

AStA der HHU sagt TTIP-Veranstaltung ab: Lucke darf nicht, aber ein fader Beigeschmack bleibt

Der AStA der HHU hat gestern die, für den 26.04. geplante, Veranstaltung „TTIP - Geschenk für alle oder Bereicherung für Wenige“, zu der er Bernd Lucke (ALFA) eingeladen hat, abgesagt. Vorausgegangen waren der Absage, laut AStA, Drohungen gegen Einzelpersonen und die Veranstaltung selbst. Die genauen Wortlaute dieser Drohungen sind uns nicht bekannt.

Wir sind zwar wenig traurig darüber, dass Bernd Lucke diesen Termin nun aus seinem Kalender streichen muss, allerdings halten wir Drohungen für die falsche Art und Weise auf Luckes Einladung zu reagieren.

Ziel unseres Vorgehens war es, die Studierenden auf die Einladung Luckes aufmerksam zu machen und einen Diskurs anzustoßen, der dem Asta seinen Fehler vor Augen führen sollte.

Aufmerksamkeit zu erregen ist uns gelungen. Viele Studierende der HHU, Ehemalige und auch ASten anderer Unis drückten ihr Unverständnis für die Einladung Luckes aus. Natürlich wurde hitzig diskutiert. Bezeichnend ist allerdings, dass die Fürsprecher_innen Luckes sich, neben Mitgliedern der SP-Koalitionslisten hauptsächlich aus ALFA-, und AfD-Mitgliedern rekrutierten.

Wir haben diesen uns aufgezwungenen Kampf zwar gewissermaßen für uns entschieden, doch von einem Sieg ist hier nicht zu sprechen. Zum einen, weil Einzelne, die wohl weniger im linken Spektrum, als vielmehr in der schätzungsweise langen Liste von Intimfeinden der bedrohten Person, zu suchen sind, unseren politischen Kampf mit vollkommen überzogenen Aktionen in ein schlechtes Licht gerückt haben. Zum anderen, weil der AStA wohl komplett unfähig ist Selbstreflexion zu üben und es weiterhin bedauert Lucke nicht empfangen zu können.

Man wird uns in nächster Zukunft vorwerfen wir hätten die AfD, ihre lokale Hochschulgruppe, die ALFA oder wen auch immer indirekt unterstützt, indem wir Luckes Meinungsäußerung verhindert hätten. Das einzige, was wir getan haben ist zu Protest aufzurufen und das wortwörtlich und ohne Drohung im Subtext. 


Protest muss bei solch einer Einladung von vornherein antizipiert und akzeptiert werden. Wir haben diese Veranstaltung nicht unmöglich gemacht. Der AStA hat in dieser gesamten Angelegenheit ein gehöriges Maß an Naivität und mangelnder politischer Weitsicht bewiesen. Wenn also jemand Rechtspopulist_innen hilft, dann diejenigen, die sie hofieren, überrascht sind wenn sich Protest artikuliert und diesen dann, wenn ihnen die ganze Angelegenheit über den Kopf gewachsen ist, mit Drohbriefen in eine Schublade stecken.

Montag, 18. April 2016

Düsseldorf - eine Stadt zum leben

Vor kurzem hat das Beratungsunternehmen Mercer weltweit Städte nach ihrer Lebensqualität für dorthin endsandte Mitarbeiter_Innen bewertet. Düsseldorf kam auf Platz 6. Auch wir finden Düsseldorf lebenswert. Wenn es da nicht ein paar Sachen gäbe...